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Di, 01. Jun. 10
aus Region Tübingen | Stuttgart

Von: Rita Schneider-Rigol

Beteiligungsreihe “Wir im Quartier“- Mitverantwortung und Mitentscheidung für ein gutes Leben im Alter

an der ersten Veranstaltung im Gemeindezentrum St. Johannes in der Tübingen, nahmen viele Interessierte teil

Martin Mybes erläuterte in seinem Vortrag die Bedeutung des selbstbestimmten Wohnens

Dora Ballbach, Mitglied im Vorstand des Stadtseniorenrates Tübingen und Hans-Ulrich Händel, Einrichtungsleiter der Pflegeresidenz Vinzenz von Paul begrüßten gemeinsam die Gäste, die der Einladung zur Auftaktveranstaltung der Beteiligungsreihe „Wir im Quartier“ ins Johannes-Gemeindezentrum gefolgt waren. Gemeinsam mit dem Dritten im Bunde, dem Landesnetzwerk Bela III verfolgen die Initiatoren das Ziel ein gemeinschaftliches und selbstbestimmtes Leben und Wohnen in der Pflegeresidenz zu gestalten und setzen dabei auf eine Mitwirkung und Beteiligung von Menschen aus dem Umfeld und aus dem Quartier im Tübinger Westen.
Dazu sind zehn themenorientierte Abende geplant an denen Bewohner- und Angehörigenanliegen mit Expertenwissen und Sichtweisen von Interessierten verknüpft werden sollen.

„Wir möchten im Tübinger Westen neue Wege gehen, die es ermöglichen die Selbstbestimmtheit der älteren Menschen zu stärken und zu entwickeln. Dabei wollen wir Sie im Boot haben- das ist uns ein großes Anliegen“, bekräftigte  Hans- Ulrich Händel eingangs, bevor er zu Martin Mybes, Regionalleiter der Vinzenz von Paul gGmbH überleitete. Martin Mybes bekräftigte in seinem Vortrag mit dem Titel „In domo veritas- Im Haus liegt Wahrheit“, die Bedeutung des Wohnens.

Dem Bindungsgedanke an das Zuhause solle mehr Bedeutung zugemessen werden, dabei knüpfte er an das Zitat „Kein Platz sagt mehr über dich aus als dein Zuhause“.  „Das Wohnumfeld beschreibt und gestaltet die Hingehörigkeit, wenn die Wechselbeziehung zwischen Wohnung und Umfeld stimmt. Wohnen bedeutet mehr als nur ein Dach über dem Kopf zu haben“, bekundete Mybes und führte weiter aus, „ Ältere Menschen verbringen 60-70 Prozent ihrer Zeit in der eigenen Wohnung und haben somit andere Nutzungsprofile.“ Das Heim solle sich zu einem offenen und konstruktivem Lebensort entwickeln, dabei spiele das Quartier und die Umgebung eine entscheidende Rolle. Martin Mybes sieht die Vorraussetzungen für gelungenes Wohnen in der nachhaltigen Beteiligung von Kommune und Gemeinwesen. Dazu müssten gemeinsam Konzepte entwickelt werden zusammen mit den Einrichtungen und unterstützenden Diensten. In der Ambulantisierung der Pflege und in der die Vernetzung mit Kultur- und Bildungseinrichtungen, der Kommune in Kooperationen mit Schulen und Kindergärten sieht Mybes Chancen und Möglichkeiten für ein gelungenes Wohnen. Eine Beteiligungskultur, die es erlaubt mit Kreativität und  Fähigkeit an lebendigen Prozessen teilzunehmen, erfordere eine Zusammenarbeit und einen Gesinnungsprozess unter den Einrichtungen und Diensten. Damit und mit einer Öffnung von Innen nach Außen könne man Verantwortung übertragen und einladen gemeinsam zu verantworten.

Nach dem Vortrag kam es noch zu einzelnen Rückmeldungen und Sichtweisen, die nach konkreten Umsetzungsschritten fragten. Kleine Schritte seien auf den Wohnbereichen der Pflegeresidenz bereits unternommen erzählte Corinna Fähnle, die Pflegedienstleiterin der Pflegeresidenz:„ Wir setzen auf ein selbstbestimmtes Leben der Bewohner, die erste Hausgemeinschaft haben wir bereits umgesetzt, eine weitere folgt“, so Fähnle.

Bei einem kleinen Umtrunk kam man im Anschluss noch ins Gespräch und Wolfram Karrer, ein ehrenamtlich Engagierter in der Pflegeresidenz  untermalte musikalisch mit dem Akkordeon.

Die nächste Veranstaltung zum Thema  mit dem Titel “Lebensgeschichten verbinden,“ findet am 10.Juni von 17-18.30 Uhr wieder im Gemeindehaus St. Johannes statt.

Infos und Anmeldung unter: Tel: 07071/56553-11, ulrich.haendel@vinzenz.de