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Himmlische Orgelklänge – Familie Jehmlich spendet Meisterstück

vorne links: Siegfried Jehmlich, dahinter Orgelbauer Siegfried Schmid mit seinem Auszubildenden. Rechts Svenja Karg, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums Carl-Joseph und Thomas Jehmlich, Sohn von Siegfried Jehmlich.
vorne links: Siegfried Jehmlich, dahinter Orgelbauer Siegfried Schmid mit seinem Auszubildenden. Rechts Svenja Karg, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums Carl-Joseph und Thomas Jehmlich, Sohn von Siegfried Jehmlich.

Die Königin der Instrumente ist in die Hauskapelle des Seniorenzentrums Carl-Joseph eingezogen. Zu verdanken ist dies Bewohner Siegfried Jehmlich, der sein Meisterstück der Leutkircher Pflegeeinrichtung überlässt.

„Meinem Vater war es immer wichtig, dass die Orgel rege genutzt wird“, erklärt Sohn Thomas Jehmlich, der den Aufbau gemeinsam mit Orgelbauer Siegfried Schmid aus Knottenried begleitet hat. Eineinhalb Tage brauchte das Team, unterstützt von Schmids Lehrling, um das Musikinstrument ab- und wiederaufzubauen.

Zum Schluss folgte im wahrsten Sinne des Wortes die Feinabstimmung. „Ein gutes Ohr ist da unerlässlich und Geduld“, schmunzelt Schmid, der früher mit Siegfried Jehmlich zusammen gearbeitet hat und das Meisterstück zu schätzen weiß. „Wenn man heute eine solche Orgel mit fünf Registern baut, dann liegt man bei rund 60.000 Euro.“

Familiendynastie in 5. Generation

Ein Jahr lang hat Siegfried Jehmlich an der Orgel, parallel zu seiner damaligen Arbeit in der Schweiz und der Meisterschule in Ludwigsburg, gearbeitet. Dabei stammt der 80-Jährige gebürtig aus Dresden, wo er bereits in 5. Generation den Beruf des Orgelbauers erlernt hat, gefolgt von einer Orgelpfeifenlehre.  Zuvor absolvierte er eine dreijährige Ausbildung zum Schreiner. „Das Orgelbauen hat viel mit Holz zu tun. Es war einfach sinnig, sich vorher bereits Fertigkeiten in diesem Bereich anzueignen“, so Siegfried Jehmlich, der schon in seiner Kindheit jeden Tag eine halbe Stunde Klavier übte und auch heute noch oft im Seniorenzentrum spielt.

Die Welt dank des Berufs bereist

„Ich habe meinen Beruf immer mit viel Freude ausgeübt und er hat mir die Welt geöffnet. Portugal, Schweden, aber auch Japan oder die Vereinigten Staaten standen auf meiner beruflichen Reiseliste“, so Jehmlich, dessen Bruder und Nichte noch heute das seit 1808 bestehende Familienunternehmen, das zeitweise als Hoforgelbauer fungierte, führen.

Die Orgel wird am Sonntag, 15. Dezember, um 10 Uhr im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes in der Hauskapelle eingeweiht.

Aus der Region Allgäu , von  Christina Pirker , 20. Nov. 2019
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