Feierlicher Gottestdienst zum Abschied der Barmherzigen Schwestern in Sigmaringen

Konventsoberin Sr. Bernadette, Schwestern Johannitta und Raimunda, Generaloberin Brigitta Buchler (von li nach re)
"Ein Stern auf den ich schaue" gesungen von Sr. Johannitta

Eine 145jährige Geschichte endet

Viele Gäste kamen zum Festgottesdienst für die letzten fünf verbliebenen Barmherzigen Schwestern vom Hl. Vinzenz von Paul in die Stadtpfarrkirche St. Johann.

Weihbischof Dr. Michael Gerber, der trotz später stattfindender Bischofsweihe in Freiburg angereist war, verabschiedete die Barmherzigen Schwestern in der Eucharistiefeier. Vor einer vollen Kirche würdigte er die Arbeit der Barmherzigen Schwestern, die "wie Fixsterne in der Gemeinschaft sind" und "wie Sterndeuter jetzt auf einem anderen Weg heimkehren". "Dankbarkeit gilt Ihnen für alles, was Sie uns mitgegeben haben, wie Sie selbst in scheinbar kleinen Begegnungen Lebensentscheidungen beeinflusst haben". Zum Abschluss der Eucharistiefeier sorgte Sr. Johannitta mit Ihrem berührenden Lied " Ein Stern auf den ich schaue" für einen bewegenden Abschied.

Bei der anschließenden Verabschiedungsfeier in der Cafeteria im Josefinenstift übernahm Thomas Roth, Regionalleiter der Vinzenz von Paul gGmbH Region Sigmaringen die Begrüßung der verschiedenen Vertreter des öffentlichen und kirchlichen Lebens. In dem folgenden Vortrag von Dr. Otto Becker, Oberarchivrat a. D. zur Geschichte des Josefinenstift wurde das lange Wirken der Vinzentinerinnen in Sigmaringen und im Josefinenstift deutlich. "Mit dem Abschied der letzten verbliebenen Schwestern ist eine Ära in der Geschichte der Stadt damit zu Ende gegangen." Auch Fürst Karl Friedrich von Hohenzollern, Protektor des Hauses, dankte den Schwestern für ihre beständige, selbstlose Arbeit. "Einen Riesenkoffer voller guter Erinnerungen an ihre Zeit in Sigmaringen" wünschte Bürgermeister Thomas Schärer. Auf die Ausstrahlung des besonderen Geistes des Josefinenstifts ging Pfarrer Ekkehard Baumgartner ein." Mit den hausinternen Seelsorgebegleiterinnen wird die gelegte Spur der Schwestern weitergeführt."

Auch mit dem Weggang der Schwestern soll der christliche Geist, die vinzentinische Tradition und ihr Werteverständnis erhalten bleiben. Weiterhin werden durch Barmherzige Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Untermarchtal Impulse für die Seelsorge gesetzt, Fortbildungen angeboten, regelmäßige Begegnungen und Kontakte gepflegt. Die seelsorgliche Präsenz im Josefinenstift liegt weiterhin in den Händen von Pastoralreferent Hermann Brodmann, des Seelsorgebeauftragten der Vinzenz-von-Paul gGmbH der Region Sigmaringen und den Seelsorgebegleiterinnen, die diese spezielle Aufgabe schon seit vielen Jahren in den verschiedenen Teams der Einrichtung wahrnehmen und dafür eigens geschult und begleitet werden.

Generaloberin Sr. Brigitta Buchler sprach in Ihrer Rede von der "Geschichte der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul als Kulturgeschichte der Barmherzigkeit". Mit "Weitblick, Klugheit und Gottvertrauen" hat die damalige erste Generaloberin Sr. Vinzenz Sulzer "die Zeichen der Zeit erkannt" und den Ausgangspunkt für viele Neugründungen - besonders in Deutschland gesetzt. Ein "Danke" der Generaloberin Brigitta Buchler galt nicht nur den Schwestern für ihr Wirken im Geist des hl. Vinzenz von Paul in Einfachheit und großer Hingabe, sondern auch für " ein immer gezeigtes Wohlwollen der Mitarbeiter den Schwestern gegenüber". Diese verabschiedeten sich als letzte mit den Worten "Weil Gott nicht überall sein konnte schuf er unsere Ordensschwestern. Die Musikalische Gestaltung mit nachklingendem Harfenspiel übernahm Dr. Angela Schlögl-Eggert.

Aus der Region Sigmaringen , von  Christella Daiber , 16. Apr. 2018
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