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Tierische Ausbildung im Seniorenzentrum Carl-Joseph – Therapiehund Chester absolviert sein Praktikum

v.l. Petra Prinz mit Chester, Bewohnerin Josefine Reißle und Einrichtungsleiterin Simone Simon
v.l. Petra Prinz mit Chester, Bewohnerin Josefine Reißle und Einrichtungsleiterin Simone Simon

„Möchten Sie ihm auch ein Leckerli geben?", fragt Petra Prinz Josefine Reißle im Wohnzimmer des Seniorenzentrums Carl-Joseph. Langsam öffnet die Seniorin die Hand, während er, der Australian Shepherd Chester, geduldig wartet. Nur mit Lefze und Zunge fischt er vorsichtig seine Belohnung aus der Hand.

Leckerli nehmen will gelernt sein

„Das ist nicht selbstverständlich. Auch das müssen Hunde erst einmal lernen", erklärt Prinz, Chesters Frauchen. Dafür absolviert sie mit dem zweieinhalbjährigen Rüden seit einem Jahr unter der Leitung von Bettina Bestler eine Ausbildung zum Therapie- und Besuchshund. Neben den Trainingseinheiten in der Hundeschule Dog Elements in Kißlegg, gehören dazu auch die ehrenamtlichen Praxiseinsätze in der Leutkircher Senioreneinrichtung.

Hunde-Praktikum im Seniorenzentrum

„Hier trainieren wir mit Chester neben einem Rollstuhl oder Rollator zu laufen, und auch in für ihn stressigen Momenten ruhig und gelassen zu bleiben", so Prinz, vom gleichnamigen Tierhof. „Die Umgebung ist ideal, da Chester sich hier schon auskennt. Seit er zehn Wochen alt ist, kommt er mit unseren anderen Tieren mit ins Carl-Joseph zur tiergestützten Therapie und nach erfolgreichem Abschluss darf er dann auch selbst dabei eine Rolle übernehmen."

Auf den Charakter kommt es an

Dass er das Zeug dazu hat, wurde bereits beim Eignungstest festgestellt, der vor der Ausbildung erfolgreich absolviert werden muss. Auch bei der theoretischen und praktischen Abschlussprüfung des Mensch-Hund-Teams, werden das Können und erneut das Wesen des Vierbeiners auf den Prüfstand gestellt.

Starteten die Praxiseinsätze zu Beginn monatlich, ist Chester nun kurz vor seiner Prüfung sogar wöchentlich in der Pflegeeinrichtung im Einsatz. Ein Gewinn für beide Seiten. Während Chester mit vielen unterschiedlichen Menschen in Berührung kommt und so lernt verschiedene Stimmungen und Charaktereigenschaften wahrzunehmen und darauf zu reagieren, genießen die Bewohner den lebendigen Besuch.

Tiere als Medizin

„Viele Senioren hatten früher selbst einen Hund, was schöne Erinnerungen weckt und natürlich ist es eine tolle Erfahrung, wenn Chester brav den Kommandos der Bewohner folgt und sich geduldig streicheln lässt", freut sich Simone Simon, Einrichtungsleiterin des Seniorenzentrums. Neben den unterhaltenden Elementen, steht der tierische Besuch aber auch für einen therapeutischen Ansatz. „Auch ruhigere Bewohner lassen sich von Chester zu Aktivität und Austausch anregen", so Simon.

Aus der Region Allgäu , von  Christina Pirker , 08. Mär. 2019
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