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"Haus am Anger" in Herbertingen eingeweiht

| Region Bad Saulgau

"Haus am Anger" in Herbertingen eingeweiht

 

Ein großer Herzenswunsch für viele Menschen ist, in der gewohnten Umgebung, im eigenen Ort älter werden zu dürfen. Nach rund zweijähriger Bauzeit wurde das Seniorenzentrum "Haus am Anger" der Vinzenz von Paul gGmbH Soziale Dienste und Einrichtungen seiner Bestimmung übergeben. Bereits am 23. März ziehen die Bewohner vom bisherigen Seniorenzentrum am Jordans-Reutter-Platz in die neuen Räume um. "Von der ersten Entstehungsidee, den intensiven Bürgerbeteiligungsprozessen, der Planungs- und Bauphase bis heute, war es ein besonderer Weg", blickte die Regionalleiterin der Region Bad Saulgau der Vinzenz von Paul gGmbH, Ursula Niemczewski, zurück. Sie begrüßte im Namen des Leitungsteams des Seniorenzentrums "Haus am Anger" die kleine Runde an Vertretern der Gemeinde, aus dem Gemeinderat, Baupartner, Bürgerverein, Heimfürsprecher und Vertreter der hausärztlichen Versorgung. Sie dankte allen Beteiligten, Kooperationspartnern und Unterstützern: "Eine gute Idee kann nur in die Tat umgesetzt werden, wenn alle Kräfte zusammenwirken." Dem Mitarbeiterteam wünschte Ursula Niemczewski, dass die neue Umgebung den Arbeitsalltag positiv beeinflusse und die Atmosphäre des Hauses spürbar werde. Den künftigen Bewohnern soll das Haus zu einer guten Heimat werden. In 30 Einzelzimmern, auf zwei stationäre Wohngruppen verteilt, sollen pflegebedürftige Menschen ein neues Zuhause finden und trotzdem weiterhin in ihrer Gemeinde daheim sein. Alle Zimmer sind Einzelzimmer, rund 16 Quadratmeter groß und mit einem eigenen Bad ausgestattet. Sie bieten ausreichend Raum für den Erhalt der Privatsphäre und Rückzugsmöglichkeiten. Das Investitionsvolumen der Vinzenz von Paul gGmbH für das neue Seniorenzentrum "Haus am Anger" in Herbertingen beläuft sich auf sechs Millionen Euro. Davon entfallen 5,4 Millionen auf das Gebäude mit Außenanlage und 600.000 Euro auf das Inventar, gibt Heidi Hahne, Leiterin des Finanz- und Rechnungswesens der Vinzenz von Paul gGmbH als Vertreterin der Geschäftsführung an. Mit 300.000 Euro unterstützte die Deutsche Fernsehlotterie den Neubau.

 


Frank Kibler vom Gebäudemanagement der Vinzenz von Paul gGmbH gab einen Überblick über die moderne technische Ausstattung des zweigeschossigen, u-förmigen KfW 40-Gebäudes. 40 Prozent des, über eine Photovoltaik-Anlage auf dem Dach erzeugten Stroms, wird in das Gebäude eingespeist, 60 Prozent in das Netz der Energiegenossenschaft Herbertingen. Der Neubau ist mit einer gasbetriebenen Wärmepumpe und einer Hausnotrufanlage auf neuestem technischem Stand ausgestattet. Im beschützten Garten erfreuen sich die Bewohner an dem Blick auf die Hasen und Hühner in der Nachbarschaft. Herzstück jeder Wohngruppe ist die offen gestaltete Wohnküche, die zum gemeinsamen Kochen und für Aktivitäten einlädt, sowie ein Wohnzimmer mit viel Platz zum Leben in der Gemeinschaft. Im Obergeschoss gibt es einen erweiterbaren Mehrzweck- und Andachtsraum, in jeder Wohngruppe einen Therapie-Entspannungsbereich. Für die Bedürfnisse von Elektro-Rollstuhlfahrern stehen Zimmer mit entsprechendem Platzangebot zur Verfügung. In jeder Wohngruppe gibt es ein Tandem-Zimmer mit Verbindungstüre, die Partnern die Möglichkeit eröffnet, gemeinsam zu leben.

 

Der Bürgermeister der Gemeinde Herbertingen, Magnus Hoppe, unterstrich:" Heute ist ein guter Tag für Herbertingen". Ein Meilenstein sei erreicht in der gesamtpflegerischen Grundversorgung der Gemeinde. Das bisherige Seniorenpflegeheim am Jordans-Reutter-Platz habe nach wenigen Jahren Betriebszeit nicht mehr den Anforderungen der Landesbauverordnung entsprochen. Es fehlten gerade mal dreizehn Zentimeter in der  Zimmerbreite. Neben der Sicherung des Weiterbetriebes des Bestandsgebäudes machte sich die Gemeinde auf den Weg, um mit einem neuen Konzept den Bedarf zu decken. "Dazu war ein Neubau eines Hauses nötig", so Hoppe. Das schlüssige Konzept der Vinzenz von Paul gGmbH habe überzeugt. Viele Wünsche aus der Bürgerbeteiligung, wie helle Zimmer, wurden von der Vinzenz von Paul gGmbH aufgenommen und sind bereits Standard. Ferner zeichnete Hoppe den Weg des Bürgerbeteiligungsprozesses und der Bürgerkonzeption "Gutes Älterwerden in Herbertingen" nach. Hoppe freut sich über das "schöne helle moderne Gebäude in zentraler Lage, doch im Grünen von Herbertingen." Ein Besichtigungsangebot hatte der Gemeinderat gerne angenommen und das neue Haus habe eine "sehr positive Resonanz" erfahren, so Hoppe. Für das bisherige Seniorenheim am Jordans-Reutter-Platz steht bereits ein Konzept für die Nachnutzung fest. Im Erdgeschoss soll eine Tagespflege eingerichtet werden. Die Begegnungsstätte wird erhalten und weiter bespielt, denn, so Hoppe, das Seniorenheim sei in der Gemeinde fest verwurzelt. Im Obergeschoss des bisherigen Seniorenheims wird es Wohnangebote geben, beispielsweise eine ambulant betreute Wohngemeinschaft. Als symbolisches Geschenk zum Einzug übereichte Hoppe der Haus- und Pflegedienstleiterin Asdis Ellinger einen Geschenkkorb mit Brot, Salz und regional produziertem Keltenöl. Gemeinsam segneten Pfarrer Jürgen Brummwinkel von der Katholischen Kirchengemeinde St. Michael und Pfarrer Matthias Ebinger von der Evangelischen Klinikseelsorge Bad Saulgau bei einem Rundgang jedes Zimmer und überreichten ein Kreuz für den Andachtsraum. Das Mobiliar im Untergeschoss, dem Angergarten, ist in Grün gehalten, den Angerblick mit Balkon im Obergeschoss ein helles Blau, schildert Haus-und Pflegedienstleiterin Asdis Ellinger. "Wenn dann die Bewohner noch einziehen, wird es noch bunter", freute sich die Seelsorgsbeauftragte der Region Bad Saulgau Rita Kappeler. Ursula Niemczewski ist zuversichtlich, dass der Geist der Segnung in der neuen Einrichtung wehe und auch manch schweren Tag begleite. "Auch für die Bewohner kann es eine Heimat bleiben", ist die Regionalleiterin zuversichtlich.

 

 

Auf dem Bild sind zu sehen (v.l.n.r.):

Das Team der Vinzenz von Paul gGmbH v.l. Haus-und Pflegedienstleiterin Asdis Ellinger, Seelsorgebeauftragte Rita Kappeler, Frank Kibler vom Gebäudemanagement, Regionalleiterin Ursula Niemczewski, Hauswirtschaftsleitung Christine Germann, Heidi Hahne, Vertretung der Geschäftsführung. (Bild: Sandra Häusler)