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| Vinzenz von Paul gGmbH

Gemeinsam ankommen: Azubi-Hütte auf dem Höchsten

Der Schnee knirscht unter den Schuhen, der warme Atem bildet in der Kälte kleine Tröpfchen am dicht vor den Mund gebildeten Schal. Illmensee-Glashütten, 815 Meter über dem Meer, es ist Januar. Für viele der jungen Menschen, die an diesem Morgen vor die Hütte treten, ist es der erste echte Winter ihres Lebens – obwohl sie schon Anfang zwanzig sind. Sie kommen aus Indien, Kamerun, Vietnam, Marokko, Algerien, Tunesien, Guatemala und dem Iran – und sie sind hier, weil sie ihre Ausbildung bei der Vinzenz von Paul gGmbH begonnen haben.

An zwei Wochenenden treffen sich die neuen Pflege-Azubis und FSJ-ler aus allen Regionen und Einrichtungen unseres Unternehmens in diesem Winter auf dem Höchsten: vom 9. bis 11. Januar sowie vom 23. bis 25. Januar 2026. Eingeladen sind alle, die ihren Ausbildungsstart 2025 hatten. Was als Hüttenwochenende zur Wissensvermittlung und zum gegenseitigen Kennenlernen  geplant ist, wird schnell mehr: Es wird ein gemeinsamer Startpunkt.
In der Hütte ist es warm. Die Themen, die besprochen werden, haben es in sich. Matthias Friedetzky, Silke Sachs, Lukas Dietrich und Deborah Gaugler vom Integrationsmanagement sprechen gemeinsam mit Praxislehrerin Jenny Michailidis über Hygiene, Berufsschule, Prüfungsinhalte, Praxisbesuche und den Berufsalltag in der Pflege. Fragen werden gestellt, Unsicherheiten angesprochen, Erfahrungen geteilt. Für viele ist nicht nur der Beruf neu, sondern auch das Leben in Deutschland.

Langsam wächst die Gruppe zusammen. Man erkennt, dass es viele Gemeinsamkeiten gibt – trotz unterschiedlicher Herkunftsländer und Kulturen: Musik hören, Sport machen, mit Freunden feiern – das gefällt allen und es verbindet. Das zeigt sich auch beim gemeinsamen Kochen: Wenn Mahlzeiten für viele Personen zubereitet werden sollen, ist gute Zusammenarbeit wichtig. Jemand schneidet Gemüse, jemand rührt im Topf, jemand deckt den Tisch. Alle helfen mit – viele Hände, schnelles Ende. Am Ende sitzen alle zusammen, essen, erzählen, lachen.

Highlight des ersten Wochenendes in der Azubi-Hütte ist und bleibt der Schnee. Es gibt Schneeballschlachten, einen Schneemann mit dem Namen „Schnee Vinzenz von Paul“. Alle erfreuen sich an der ungewohnten weißen Pracht. Beim zweiten Hüttenwochenende ist der Schnee bereits verschwunden, dafür brennt abends ein Lagerfeuer in der kalten Januarluft. Dick eingepackt stehen sie draußen, reden, hören zu, lachen – und wärmen sich die Hände am Feuer. Nach einer Weile wird es trotzdem zu kalt. Man geht nach drinnen, hier warten jede Menge Spiele. „Mensch ärgere dich nicht“ zu Beispiel. Das Prinzip des Spiels ist allen bekannt, auch wenn es in den verschiedenen Herkunftsländern unterschiedliche Namen trägt und immer ein bisschen anders gespielt wird. Die Schachregeln sind dagegen überall dieselben. Und auch beim Karaoke-Singen wissen alle, was zu tun ist. Spätestens bei „My Heart Will Go On“ von Céline Dion gibt es kein Halten mehr. 

Dabei war die Stimmung zu Beginn durchaus vorsichtig. Einige der Azubis waren skeptisch, was sie an diesen Tagen erwarten würde. Nach den Hüttenwochenenden ist davon wenig übrig. Stattdessen erreichen die Organisatoren zahlreiche Dankesnachrichten, dazu viele Fotos und Videos, die die Azubis selbst aufgenommen haben. Sie sehen die Azubi-Hütte, die in dieser Form einzigartig ist, als vollen Erfolg: Die Azubis sind mit neuem Wissen, frischem Tatendrang – und mit neuen Freundschaften in ihre Regionen zurückgekehrt. In Zukunft soll die Azubi-Hüte zu einer festen, jährlichen Institution für alle neuen internationalen Auszubildenden werden: als wichtiger Baustein, um Integration zu fördern und die Identifikation mit der Vinzenz von Paul gGmbH zu stärken.