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Vernetzung zum Wohl der Patienten
Austausch und Vernetzung sind wesentliche Grundlagen, die für eine gute Versorgung von Patienten notwendig ist. In Wangen hat diese Idee nun einen Namen: IDA – Interdisziplinärer Austausch Gesundheit. Das Interesse beim ersten Treffen war groß.
Das Forum IDA wurde von Anne und Pirmin Burth, Betreiber der Staufen-Apotheke in Wangen, und Simone Breuling, Regionalleiterin der Vinzenz von Paul gGmbH Wangen, ins Leben gerufen. Unterstützt wurde das Vorhaben vom Allgemeinmediziner Alwin Burth. Einig war man sich, dass es Bedarf gibt an Vernetzung von Ärzten, Pflegediensten, Apotheken und Sanitätshäusern was die ambulante und stationäre Versorgung betrifft. Alwin Burth sprach in den Begrüßungsworten davon, dass unter anderem durch die Corona-Pandemie die Kommunikation in den vergangenen Jahren sehr gelitten habe. Früher habe er die Pflegekräfte oft persönlich gekannt. Das sei nun oft nicht mehr der Fall. Deshalb begrüße er ein Treffen aller an der Pflege und medizinischen Versorgung Beteiligten.
Simone Breuling begrüßte beim ersten Treff, zu dem etwa 25 Interessierte aus den genannten Bereichen gekommen waren, Wolf-Rüdiger Klare im Gemeinschaftsraum des Vinzenz Areals. Klare hielt einen Impulsvortrag zum Thema Wundversorgung. Der Diabetologe hat in der Hegau-Bodensee-Klinikum Radolfzell ein über die Region bekanntes Diabetikerzentrum aufgebaut und ist nun im Unruhestand in einer Schwerpunktpraxis auf demselben Gebiet in Konstanz tätig.
Anhand eines Fallbeispiels aus der Praxis erläuterte er anschaulich, wie wichtig gute Absprache und Vernetzung für die oft langwierige Versorgung eines Diabetikerfusses ist. Als Beispiel zog er den Fall eines 88-jährigen Patienten heran, dessen Schwielenulkus zwar schon in einer Klinik behandelt worden war, wobei allerdings nicht nach den Ursachen geforscht wurde. Mithilfe einer Druckentlastung der chronischen Wunde mit Filz und der Behebung der Fehlstellung konnte nun ein Erfolg erzielt werden. „Es braucht einen Kümmerer, ein Netzwerk, damit eine solche Wunde erfolgreich behandelt werden kann“, so Klare. Und meint damit den behandelnden Arzt, einen in der Wundheilung ausgebildeten Pflegedienst, die Apotheke, das Sanitätshaus, den Orthopädieschuhmacher und zur Nachsorge einen Podologen. Damit diese Stellen gut zusammenarbeiten können, brauche es Abstimmung, die aber oft fehle. Dies bestätigte auch Carsten Zakbert, Pflegefachkraft und Wundtherapeut, und setzt auf Treffen wie nun im Rahmen von IDA, auf denen informell und niederschwellig Austausch stattfinden könne.
Das nächste IDA-Treffen ist bereits in Planung, und zwar am 21. Oktober. Simone Breuling hob hervor, dass die Wundversorgung nur ein Thema von vielen ist. Auf der Homepage (www.ida-wangen.de) könne man sich nicht nur informieren, sondern auch Themenvorschläge machen. Am Abend wurden direkt einige Themen genannt wie Schwindel, Depressionen, Glaukom und die palliative Versorgung. „Wichtig ist doch zu schauen, was wir gemeinsam erreichen können, um die Beratung und Versorgung zu optimieren – zum Wohl der Patienten und auch der Angehörigen“, so Breuling in ihrem Schlusswort.