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| Region Leutkirch / Illerwinkel

Wiederentdeckung einer Künstlerin im Leutkircher Seniorenzentrum

Das 50. Jubiläum des Carl-Joseph Seniorenzentrums hat Kunst zutage gebracht. Kunst, die schon seit Jahrzehnten an den Wänden der Einrichtung hängt, an die man sich gewöhnt hatte, die aber nie gewürdigt wurde, wie sie es verdient hätte. Denn die Künstlerin ist Schwester Primosa, eine Vinzentinerin, die bekannte Werke in Kirchen geschaffen hat. Nun zeigt eine Ausstellung zum Jubiläum die Vielfalt dieser Künstlerin.

„Wir waren total überrascht, als der Kunstsachverständige aus Untermarchtal uns auf die Werke von Schwester Primosa aufmerksam gemacht hat“, sagt Bärbel Herz. Niemand wusste bisher, dass viele der Bilder an den Wänden des Seniorenzentrums von einer zu ihrer Zeit bekannten Künstlerin geschaffen wurden. Schwester Primosa lebte von 1975 bis 1979 im damals neu erbauten Carl-Joseph. Danach wirkte sie fast 20 Jahre lang im Seniorenzentrum St. Vinzenz in Wangen. Viele Bilder stammen aus dieser Zeit, in der sie als Kunsterzieherin in Rente gegangen war und sich ganz ihrer Kunst widmen konnte.

„Mich hat vor allem fasziniert, dass ihr Orden, die Vinzentinerinnen von Untermarchtal, ihr Talent erkannt und sie zum Studium an die Kunstakademie nach Stuttgart geschickt hat“, so Rita Jeni, die zusammen mit Bärbel Herz die Ausstellung zusammengestellt hat. Die beiden Mitarbeiterinnen im Carl-Joseph sind Teil des Seelsorgeteams und haben sich intensiv mit dem Leben und Wirken der Ordensschwester beschäftigt.

Schwester Primosa, 1913 in Frankfurt am Main geboren, ist 1942 in den Orden eingetreten. Zunächst hat sie mit Bleistiftzeichnungen begonnen, es kamen Farbkunstdrucke dazu. Bis heute bekannt ist der Kreuzweg in der St. Josefskirche in Herrenberg und der in der Herz-Jesu-Kirche Essingen. Bis ans Lebensende 2002 hat Schwester Primosa auch Aquarelle gemalt – und das, obwohl sie in ihren letzten Jahren durch ein Augenleiden fast nichts mehr sehen konnte. Auch farbenfrohe Webbilder, wie sie im Carl-Joseph hängen, kamen dazu. „Mich begeistern vor allem die Vielfalt, die Harmonie und die Stimmigkeit ihrer Bilder. Ich hätte sie gerne kennengelernt“, sagt Bärbel Herz.

Die Möglichkeit, zumindest das Werk von Schwester Primosa kennenzulernen, besteht für alle Interessierten. Die  Ausstellung im 3. Stock des Carl-Joseph Seniorenzentrums steht jederzeit offen. Auch Führungen können vereinbart werden unter baerbel.herz@vinzenz-sd.de oder rita.jeni@vinzenz-sd.de.